Eine Woche Freiheit

Von Imogen, 22 Jahre

 

Als ich mit meinem Koffer nach einigen Umstiegen und einem längeren Fußmarsch schließlich an meinem Ziel im brandenburgischen Niemandsland ankam, hatte ich noch keine konkrete Vorstellung davon, was mich eigentlich erwarten würde. Was verbarg sich genau hinter der „Akademie der Freiheit“? So viel war klar: Die Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft hatte zur Sommerakademie ins wunderschön gelegene Seehotel Netzen geladen, um jungen, interessierten Menschen die liberale Idee als Fundament einer freiheitlichen Gesellschaft näherzubringen. 

In vielen interessanten Vorträgen und Diskussionen konnten wir in den darauffolgenden Tagen unser Wissen in den Bereichen Ökonomie, Politik, Geschichte und Philosophie erweitern und vertiefen. Als Studentin, die sich für politische und gesellschaftliche Fragen interessiert, war ich der Meinung, mich in vielen Bereichen bereits recht gut auszukennen. Schnell habe ich jedoch feststellen können, dass meine Kenntnisse, insbesondere was wirtschaftliche Themenbereiche angeht, noch deutlich ausbaufähig sind. Im Rahmen der Akademie konnte ich deshalb besonders viel rund um Wirtschaftssysteme, grundlegende marktwirtschaftliche Mechanismen und Währungen lernen. In den auf die Vorträge folgenden Debatten und den weiterführenden Gesprächen habe ich in besonderem Maße auch vom Wissen der anderen Teilnehmer profitieren können. 

Neben den inhaltlichen Vorträgen wurden wir auch für Diskussionen und den politischen Alltag bestens geschult. Von der richtigen Argumentationsstrategie bis hin zu Tipps, wie man einen guten Text verfasst, haben wir alle Waffen zur Hand gereicht bekommen, um uns auch im Alltag und bei der politischen Arbeit für die liberale Idee stark zu machen und im Auftritt zu überzeugen.

Um die recht theoretischen Vorträge mit der Praxis zu verknüpfen, machten wir uns für einen Tag auf nach Berlin, um Bundestagsluft zu schnuppern, die redaktionellen Abläufe in der FOCUS-Redaktion kennenzulernen sowie dem Hayek-Club Berlin einen Besuch abzustatten. Abgerundet wurde der Tag durch ein leckeres Abendessen in der „Schnitzelei“ in entspannter Atmosphäre. Der perfekte Abschluss eines durchweg gelungenen Tages. 

Mich mit anderen liberal-denkenden jungen Leuten auszutauschen war für mich als Studentin in einer Stadt, die vor einigen Jahren von einem SPIEGEL-Redakteur als die „grüne Hölle“ bezeichnet wurde und in der Enteignungsideen und Hausbesetzungen gerade wieder ganz hoch im Kurs stehen, eine besonders seltene wie schöne Erfahrung. 

Noch viel wichtiger als die Wissensvermittlung durch Vorträge, war die freie Diskussionskultur, die Wertschätzung der Meinung des Anderen sowie der unbedingte Respekt für das Gegenargument. Die gegenseitige Verständigung und ein offener Diskurs waren zu jeder Zeit gegeben. Ein Zustand, den in unserer heutigen Gesellschaft und auch an den Universitäten leider nicht mehr selbstverständlich ist und den man deshalb immer seltener erleben kann.

Die Akademie der Freiheit ist ihrem Namen mehr als gerecht geworden und hat mir die Möglichkeit geboten, mit vielen jungen, durchweg talentierten klugen Köpfen in Kontakt zu kommen und neue Bekannt- und Freundschaften zu schließen. Um sich mit anderen liberalen Freidenkern zu verknüpfen, bietet sie die ideale Plattform und ich kann wirklich jedem ans Herz legen, sich für die nächste Akademie zu bewerben.

Mein Dank gilt allen Teilnehmern, Referenten und ganz besonders den Organisatoren, die diese Woche ermöglicht und gleichzeitig zu so einem schönen und unvergesslichen Erlebnis für uns alle gemacht haben.